Beehive - Die Wahrheit (Das erste Kapitel)

Ihr Lieben,

die Veröffentlichung von Beehive 2 steht kurz bevor. Langsam wird es spannend und ich freue mich so, dass es nun bald so weit ist. Mit dem zweiten Band schließt die Geschichte um Calypso und Elysa ab.
Für alle, die schon neugierig sind, gibt es heute exklusiv das erste Kapitel zu lesen, noch bevor die Geschichte veröffentlicht ist. Außerdem habe ich euch den Trailer mitgebracht!







Bildquelle: Porträt: Michal Vitek/Shutterstock.com, Hintergrund: Ron Dale/Shutterstock.com
Cover: Katharina Groth





Exklusiver Auszug aus Beehive - Die Wahrheit (Band 2):



Darian

Sie war hart zu ihm, wie gewohnt. Nichts lief so wie geplant und er war der Leidtragende.
Das Mädchen hatte es ihm sofort angetan. Natürlich rein platonisch, im Sinne der Sache. Er hatte das Kämpferische in ihren Augen gesehen.


Kapitel 1:
Rückkehr & Pläne


Elysa zog die Beine eng an den Körper und legte beide Arme darum. Die Zeltplane knisterte, als sie sich leicht dagegenlehnte. Vor ihr lag Hunderte Meter rissiger Sandboden, der an einer hohen Mauer endete. Dahinter befand sich das, was sie vor wenigen Wochen noch als ihr Zuhause bezeichnet hatte: Beehive. Angeblich einer der letzten sicheren Orte auf der Erde. Elysa biss sich fest auf die Unterlippe. Ihr ganzes bisheriges Leben war eine gewaltige Lüge. So viel wusste sie inzwischen.
»Ich dachte mir, dass du hier bist.«
Elysa schirmte mit einer Hand die Sonne ab, als sie aufsah. Sie hatte sich an Darians beigefarbene Militärkluft gleichermaßen gewöhnt wie an sein plötzliches Auftauchen. Er blieb in gebührendem Abstand stehen.
»Ab und zu … brauche ich etwas Raum.«
Darian nickte. »Das Lager ist voll im Moment.«
Floskeln, leere Worte. Sie musterte ihn von der Seite. »Wie geht es ihm?« Eine Standardfrage.
»Wie gehabt«, lautete die dazu passende Antwort, die auch prompt folgte.
»Es wird nicht besser werden, oder?«
Er ließ sich Zeit, bevor er reagierte. Seine Augen ruhten auf dem trockenen Wüstenboden. »Nein. Er braucht die Nähe zu … ihnen.«
»Dann weiß ich nicht, warum wir noch länger warten und viel wichtiger: Was wir dagegen unternehmen wollen?«
Darian verzog das Gesicht. »Diese Entscheidungen liegen nicht bei mir.«
»Bei wem denn dann?«
»Elysa …«
»Lass mich raten? Das darf ich nicht wissen.«
Er schwieg. Seit sie auf dem Stützpunkt waren, hatte Darian sich verändert. Ernsthaftigkeit umgab ihn wie eine dunkle Wolke und das stetige Grinsen war wie fortgewischt. Zugleich verhielt er sich wortkarg, eine Tatsache, die Elysa wütend machte.
»Ich bin jetzt seit zwei Wochen hier und alles, was ich weiß, ist, dass man auch außerhalb von Beehive überleben kann. Außerdem, dass die Bewohner innerhalb der Waben einem Zweck dienen, den du mir nicht verrätst. Einer Macht ausgesetzt sind, über die du mir nichts sagen kannst. Und mit Calypso etwas nicht stimmt, was du mir ebenfalls nicht erklären kannst.« Ihre Stimme war lauter geworden, sie zitterte leicht.
Darians Mundwinkel zuckten. »Gut zusammengefasst.«
»Und was ist mit diesen Leuten? Wer sind sie? Wo bin ich?«
»Bei Menschen, die dir helfen wollen.« Er sprach leise und wich ihrem Blick aus.
Elysa sah ihn flehend an. »Das reicht mir nicht … Du sagtest, dass Beehive eine Lüge ist und das hier draußen die Wahrheit, aber ich habe keine Ahnung, was das bedeutet.«
Schlagartig stand Wut in seinem Gesicht. »Ich verstehe dich … glaub mir. Aber darauf habe ich keinen Einfluss.« Der Ärger galt eindeutig nicht ihr, sondern jemandem, der ihm offensichtlich den Mund verbot.
Elysas Wangen glühten vor Hitze. »Das … Das ist Irrsinn.«
»Stimmt.«
Seine einsilbige Art machte sie rasend. Ruckartig erhob sie sich und wurde sofort von einer Welle Schwindel ergriffen, die sie rückwärts gegen das Zelt taumeln ließ. Reflexartig packte Darian ihren Arm. Die Berührung brannte wie Feuer auf ihrer Haut. Sie stieß ihn von sich. »Nicht!«
Er ließ sie augenblicklich los und vollführte eine beschwichtigende Geste. »Entschuldige.«
Die Hilflosigkeit zerrte an ihren Nerven und sorgte dafür, dass ihr Tränen in die Augen stiegen.
»Darf ich dann wenigstens noch mal zu ihm?«, fragte sie leise. Elysa sehnte sich nach Calypso. Er war der einzige Vertraute in einer vollkommen fremden Welt.
»Ich fürchte, das wäre nicht gut.«
»Nicht?«, fauchte sie und fuhr sich mit einer Hand durch das feuchte Gesicht.
»Elysa, bitte …« Er legte den Kopf schief und blickte sie voll Mitgefühl an. Doch das reizte Elysa bloß noch mehr. Sie trat so nah vor ihn, wie es ihre Panik zuließ, und stemmte die Hände in die Hüften. »Ich soll euch helfen, ja? Gut und schön. Aber wenn ich nicht langsam erfahre, was hier vor sich geht und was genau ich tun soll, dann kannst du meine Hilfe vergessen.« Sie hoffte, dass er das Beben ihrer Stimme überhörte.
Darian lachte freudlos, trat vor sich in den Sand und schüttelte den Kopf. »Wenn das alles so einfach wäre, dann …«
»Ich kann deine Ausreden nicht mehr hören«, entgegnete sie müde.
»Darian!«
Sie fuhren zusammen, als der herrische Tonfall erklang. Sie kannte den Typen mit den strengen Gesichtszügen nur flüchtig. Sein Name war Chris. Er bekleidete eine höhere Position als Darian, und wenn er auftauchte, parierte der wie eine der Wachdrohnen aus Beehive. Blonde Haare schauten unter der beigefarbenen Camouflage-Kappe hervor. Die Nase und das Kinn waren außergewöhnlich spitz, die Lippen schmal. Seine hellblauen Augen waren stechend.
»Ja?« Darian machte sich gerade.
»Vater will dich sprechen.«
Diese Bezeichnung war häufiger gefallen, seit Elysa hier war. Doch selbstverständlich schwieg Darian sich aus, wenn sie danach fragte.
»Jetzt?«
»Nein, übermorgen. Natürlich jetzt.«
Darian warf ihr einen entschuldigenden Blick zu und machte Anstalten, in den Kern des Lagers zurückzukehren.
»Warte.«
Stirnrunzelnd sah Darian über seine Schulter hinweg zurück zu Chris. Der Spitznasige grinste und enthüllte eine Reihe gelblich verfärbter Zähne. »Sie soll auch mit.«
»Was?«
»Du hast mich schon verstanden, Mann. Vater will sie ebenfalls sehen.«
»Das …« Unverständnis zeichnete seine Mimik. »Wieso?«
»Ich habe direkte Anweisungen.«
Darian errötete, widersprach jedoch nicht.
»So, genug gegafft. Geht!«, befahl Chris.
Elysa stand da und wusste nicht recht, wie sie reagieren sollte. Einerseits hatte sie vor wenigen Minuten noch gefordert, dass sie endlich die Wahrheit erfahren wollte, andererseits fürchtete sie sich jetzt davor. Da war etwas in Darians Gesicht, das ihr Sorgen bereitete. Auch in diesem Moment, als er sich zu ihr umwandte. »Elysa? Alles klar?«
»Ich … ja …«
»Dann komm«, brachte er zähneknirschend hervor. »Ab in die Höhle des Löwen, wie man so schön sagt.«

Das Zelt, auf das sie zugingen, lag im Zentrum des Stützpunktes. Es war das Größte von allen und bestand wie die Übrigen aus dem beigefarbenen Zeltstoff. Vor dem Eingang waren zwei Männer positioniert, die in die roten Kampfanzüge gekleidet waren. In den Händen hielten sie jene futuristischen Waffen, die Elysa bereits bei dem Angriff auf den Palast kennengelernt hatte.
Als sich die drei näherten, musterten die Wachen sie aus schmalen Augen. Erst in letzter Sekunde machten sie ihnen Platz, mit offenkundigem Widerwillen. Wer oder was sich auch immer im Inneren befand, war eindeutig wichtig. Mit einem mulmigen Gefühl folgte sie Darian und Chris. Nahende Panik zerrte an ihrem ohnehin dünnen Nervenkostüm.
Das Zelt war von innen genauso großräumig, wie es das Äußere vermuten ließ. Es hatte eine rechteckige Form und der Zugang lag an einer der kurzen Seiten. In der Mitte stand ein viereckiger Tisch, auf dem zahlreiche Karten ausgelegt waren.
»… von der Meerseite brauchen wir nicht mehr zu versuchen, die Mauer zu durchdringen. Das säurehaltige Wasser zerfrisst uns die Boote und wir sind den schwankenden Witterungsbedingungen ausgesetzt. Außerdem haben sie diesen Plan längst durchschaut.« Die Stimme der Frau hatte einen rauen Unterton. Sie trug die übliche Militärkleidung; sandfarbene Camouflage-Hose, ein passendes Hemd, derbe schwarze Stiefel und eine Kappe. Lange graue Haare stachen unordentlich unter der Kopfbedeckung hervor und waren hinten zu einem Zopf zusammengefasst. Ihr Gesicht war kantig, und Falten zeichneten ihre Haut. Zwei Männer waren bei ihr und beugten sich über die Aufzeichnungen. Sie wandten ihnen dabei den Rücken zu.
»Sie haben die Wabe fast wieder aufgebaut. Das Loch, das wir in den Wall gesprengt haben, wird gut verteidigt. Wir kommen kaum durch«, entgegnete einer der Soldaten, dessen Hautfarbe einen dunklen Ton hatte.
Elysa und ihre Begleiter waren in gebührendem Abstand zu dem Trio stehen geblieben und warteten. Neben ihr wrang Darian die Hände ineinander. Von dem Selbstbewusstsein, das sie sonst von ihm kannte, war nichts mehr zu spüren.
»Es macht auch keinen Sinn, weil innerhalb des Palastes rein gar nichts war!«, rief die Frau wütend aus. »Wir werden sie so nicht finden. Lediglich ihre Menschen bekommen wir zu fassen, und das bringt uns nichts.« Sie schlug mit der Faust so fest auf den Tisch, dass Elysa erschrocken zusammenzuckte.
»Ich hatte mir mehr erhofft«, gab der Dunkelhäutige kleinlaut zu.
Die Frau lachte auf. »Du hast versagt, Glenn. Rede dich nicht raus. Jahrelange Arbeit und Planung waren vollkommen sinnlos.«
»Aber wir haben den König.«
»Nein, wir haben einen sabbernden, apathischen …«
In diesem Moment räusperte sich Darian und erregte die Aufmerksamkeit. Chris warf ihm einen finsteren Seitenblick zu.
»Sieh an. Da seid ihr ja.« Die Frau richtete sich auf und lächelte beinahe höhnisch. Elysa lief ein kalter Schauer über den Rücken, als sie von ihr taxiert wurde. »Verschwindet. Wir sprechen nachher weiter.« Die Worte galten den beiden Männern neben ihr, die sofort und mit einem kurzen Tippen gegen ihre Kappe das Zelt verließen.
Die Grauhaarige stand eine Weile da, musterte sie. Die Härte in ihrem Gesicht ließ es verhärmt wirken und Sonne hatte ihre Haut gegerbt. Die Lippen waren schmal aufeinandergepresst, als sie langsam in ihre Richtung schritt. »Das ist sie also, ja?«
Tapfer kämpfte Elysa das Bedürfnis nieder zurückzuweichen.
»Ja, Vater«, sagte Chris gehorsam. Die Angesprochene verzog den Mund zu einem dünnlippigen Lächeln.
»Danke, Soldat. Sie können gehen.«
Es folgte ein hastiges Salutieren und der spitznasige Junge eilte aus dem Zelt.
»Vater, ich …«, begann Darian leise, als das Schweigen sich in die Länge zog, doch er schaffte es nicht, seinen Satz zu beenden.
»Ruhe!« Sie strich sich über das Kinn. Es vergingen Ewigkeiten, bis sie schließlich mit der Zunge schnalzte.
»Ich hatte mit mehr gerechnet. Wirklich.« Sie versah Darian mit einem abwertenden Blick.
»Aber …«
Vater brachte ihn mit einer schlichten Handgeste zum Verstummen. »Falls du mir jetzt eine dumme Ausrede präsentieren möchtest, dann kannst du dir das gleich sparen. Davon hatte ich heute bei Weitem zur Genüge.«
Wie ein Schuljunge sank er in sich zusammen, seine Wangen waren tiefrot angelaufen.
»Nun zu dir.« Die Frau widmete sich wieder Elysa. »Du willst uns also den Arsch retten, ja?«
»Ich …« Ein heiseres Krächzen, mehr nicht. Sie atmete mehrmals tief durch, doch die Panik schnürte ihr die Kehle zu.
Die Augenbrauen von Vater hoben sich. »Ja?«
Schweiß trat Elysa auf die Stirn.
1 …
»Kann es nicht sprechen?«
»Sie hat sicher Angst«, stieß Darian zwischen zusammengepressten Zähnen hervor.
2 …
»Vor mir?« Vater tippte sich gegen die Brust und lachte rau.
»Sie weiß nicht einmal, was sie tun soll, geschweige denn, wo sie ist, warum sollte sie sich nicht fürchten?«
3 …
Vater seufzte, nahm die Kappe ab und fuhr sich durch das wirre Haar. »So viel gibt es da auch nicht zu wissen.«
»Wann soll sie zurück?«, fragte Darian gepresst.
Vater lief zu dem Tisch, beugte sich über die Karten. Vermeintlich desinteressiert ließ sie sich Zeit mit der Antwort. »Morgen.«
»Was?«
Ihr Gesicht bekam einen tadelnden Ausdruck. »Gibt es etwas, was dagegenspricht? Abgesehen davon, dass sie nicht mal in der Lage scheint, einen klaren Satz zustande zu bringen?«
»Sie muss vorbereitet werden.«
»Auf das, was das Bienchen ohnehin weiß? Schminken, Kleid anziehen, hübsch lächeln und mit dem König … ihr wisst schon.« Sie schüttelte den Kopf. »Das bedarf keiner Vorbereitung. Genau genommen wäre sie noch weiterhin da drinnen, wenn Glenn seine Klappe nicht so weit aufgerissen hätte.«
»… und du dich nicht zu einem Angriff hättest breitschlagen lassen.«
Darian war zu weit gegangen. Wut verzerrte Vaters Züge und der Blick, den sie ihm zuwarf, ging durch Mark und Bein. »Reiß dich zusammen. Du magst mein Sohn sein, aber auch deine Schonfrist ist allmählich ausgelaufen.«
Darians Lippen bildeten eine schmale Linie.
»Fakt ist, dass die Mauer bald zu ist und wir dann weder sie noch das Königskind da reinbekommen«, fügte sie hinzu.
»Du hättest mich wenigstens vorwarnen können.«
Vater hob abermals die Augenbrauen. »Mir war nicht klar, dass ich meine strategische Planung mit dir abstimmen muss. Und es ist ja auch nicht so, dass das Mädchen hier im Lager irgendwie gebraucht würde.«
»Gibt es schon einen Plan für die Übergabe?«, fragte Darian steif. Die beiden schienen Elysa vollkommen aus ihrer Welt ausgeschlossen zu haben. Eine Tatsache, die immerhin dafür sorgte, dass ihre Panik langsam wieder ein erträgliches Maß annahm.
»Es soll ein Austausch stattfinden. Unsere Leute gegen die Biene und den König.« Sie sah nicht zufrieden aus.
»Sie haben zwei von uns, oder?«
»Ja. Einen gewissen …« Sie wühlte in den Papieren. »… Daryl und einen Han. Keine Ahnung, wer das ist, aber sie sind ein gutes Mittel für unseren Zweck.«
Darian lachte freudlos auf, schüttelte voll Missbilligung den Kopf. Entweder bemerkte Vater es nicht oder aber sie überging es einfach.
»Grundsätzlich hängt dann alles an deiner Madame hier.«
»Sie heißt Elysa.«
»Du kannst dir nicht vorstellen, wie egal mir das ist.« Sie sortierte einige der Schriftstücke auf der weißen Tischplatte. »Mir genügt es, wenn sie diese Bastarde endlich findet. Mutter aus Abschnitt 4 ist der Zugriff gelungen. Sie haben das Beehive in Kanada gestürzt.«
Darians Lippen kräuselten sich. »Lass mich raten? Es ärgert dich, dass du nicht die Erste warst?«
»Er hatte verfluchtes Glück, mehr nicht. Wenn ich mich tatsächlich darüber ärgern würde, dann wäre das wie eine Anerkennung für seinen geschenkten Erfolg. Also lassen wir ihn ruhig den Niedergang der Beehives feiern.«
»Ich glaube auch nicht, dass es jetzt schon vorbei ist.«
Vater nickte. »Da steckt mehr dahinter und hier, direkt vor uns, ist der verdammte Virenherd. Es passiert etwas, hier in diesem Beehive, und wenn wir nicht bald handeln, dann wird das böse enden.«
Es herrschte einvernehmliches Schweigen.
Elysa sammelte sich. »Was … hat das alles zu bedeuten?«
Die Frau mit dem verhärmten Gesicht fasste sie wieder ins Auge und durchleuchtete sie auf unangenehme Art und Weise. »Das ist für dich nicht von Belang, deine Aufgaben sind klar.«
»Und … was soll … ich tun?« Elysa schämte sich für ihr Stottern.
»Du, Schätzchen, machst nichts anderes als bisher. Du hältst dich an den König und weichst ihm am besten nicht mehr von der Seite. Er ist die Verbindung zu den anderen. Wir wissen inzwischen, dass hier in diesem Beehive etwas Wichtiges sein muss. Keines der Übrigen ist so gut geschützt. Und wenn es so weit ist, werden wir dir schon genau sagen, was du zu tun hast. Also meinst du, dass du das hinbekommst?«
»Ich … weiß nicht …« Sie sagte es sehr leise, kaum vernehmbar. Vater näherte sich ihr so schnell, dass sie es kaum schaffte zurückzuweichen. Wut stand im Gesicht der Älteren.
»Jetzt hör mal zu, Mädchen. Ich leite diesen Stützpunkt seit nunmehr fast zwanzig Jahren. Jeden verdammten Tag kämpfe ich um Gerechtigkeit und habe so viel verloren wie kein anderer, der hinter den Mauern von Beehive sein Leben fristen durfte. Deine Mutter da rauszuholen hat mich zwei Männer und fast meinen Sohn gekostet, komm mir also nicht so.« Sie war nicht laut geworden, was dem Gesagten keinesfalls die Schärfe nahm. Elysa erzitterte, brachte kein Wort mehr heraus.
Die Frau schnaubte. »Hat sie die Injektion schon bekommen?«
»Nein.« Darians Lippen bildeten eine schmale Linie. Elysa sah ihn fragend an, doch er richtete den Blick starr auf seine Mutter.
»Dann veranlasse es.«
»Du machst ihr Angst«, knurrte Darian.
»Angst? Sie weiß doch gar nicht, was das ist!«, zischte sie und ging zurück zu dem Tisch. »Schaff sie fort und mach alles fertig. Der Plan bleibt derselbe: Sie kriegt die Spritze und dann geht es zurück in das Beehive. Und wenn sie uns nicht helfen möchte, dann haben sie und ihre Mutter lange genug unsere Gastfreundschaft genossen.«
Ende der Vorableseprobe

Erscheinungsdatum: 25.08.2016

Copyrigths: Katharina Groth/ 2016/ Kopien, auch in Auszügen, nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Autorin.




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